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- Ballwerfen - eine oft unterschätzte Stressquelle
Eine wissenschaftliche und physiotherapeutische Betrachtung Für viele Hundebesitzer gehört das Werfen eines Balls ganz selbstverständlich zum Gassigehen dazu. Kaum etwas lässt Hunde so offensichtlich „froh“ aussehen wie ein fliegender Ball. Aber hinter diesem scheinbar harmlosen Spiel stecken komplizierte Abläufe, sowohl was den Körper als auch das Verhalten angeht. Neueste Erkenntnisse aus der Tiermedizin, der Physiotherapie, der Rehabilitation sowie der Verhaltensforschung deuten darauf hin, dass unkontrolliertes oder zu intensives Ballspielen für viele Hunde eher belastend als nützlich ist. Dieser Text ordnet das Thema fundiert ein und erklärt, weshalb man das Spiel mit dem Ball gezielt und in Maßen einsetzen sollte. Die wissenschaftliche Bedeutung des Ballspielens Treibejagden wie das Ballwerfen bilden eine stark verkürzte und sehr intensive Version der Jagd. Aus körperlicher und bewegungsbiologischer Sicht handelt es sich um kurze Höchstleistungen: rasante Beschleunigungen plötzliche Bremsmanöver schnelle Richtungswechsel hohe Kräfte beim Springen und Landen Diese Art der Beanspruchung würde in der Natur selten und in ganz anderen Abständen auftreten. Die Häufigkeit und Wiederholung, die viele Hunde im Alltag erleben, entspricht nicht dem biologisch normalen Muster. 1. Probleme für Knochen und Muskeln: Orthopädische Risiken 1.1. Extreme Belastungen durch Bewegung Untersuchungen aus der sportmedizinischen Betreuung von Tieren (Zink 2013; Millis & Levine 2014) machen deutlich: Sprints, harte Stopps und enge Kurven führen zu enormen Belastungen der Schultern, Ellbogen, der Wirbelsäule, der Hüften und der Knie. Bewegungsanalysen (Carr et al., 2015) beweisen zusätzlich: Große Scherkräfte und Drehungen wirken besonders stark auf die vorderen Beine Die Muskeln der Schulter werden über das normale Maß hinaus gefordert Landungen nach Sprüngen erzeugen immense Aufprallkräfte Besonders gefährdet sind: junge Hunde (wegen der Wachstumszonen! ) ältere Tiere Hunde mit Hüftdysplasie/Ellbogendysplasie, Arthrose oder lockeren Gelenken Arbeits und Sporthunde während ihrer Erholungszeiten 1.2. Häufige Blessuren durch Jagdspiele Aus der Sicht der Physiotherapeuten sind typische Befunde nach intensivem Ballspielen: Entzündungen der Bizepssehne Blockaden im Bereich Iliosakralgelenk Instabilitäten der Schulter Überlastung des Kreuzbandes Verletzungen an Zehen und Pfoten plötzliche Zerrungen im Rücken und Schulterbereich Studien aus der Agility Forschung (Warren Smith & Curtis, 2015) zeigen, dass viele dieser Verletzungen durch die gleichen Bewegungen entstehen – allerdings oft unkontrollierter als im organisierten Sport. 2. Was im Körper wirklich passiert: Stressreaktionen Ballspielen ist nicht nur „Spaß“ – es ist ein starker Stressauslöser. 2.1. Freisetzung von Hormonen Treibejagden aktivieren die Stressachse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse) und bewirken eine starke Ausschüttung von: Adrenalin Noradrenalin Cortisol Forschungen wie Hydbring Sandberg et al. (2004) sowie Beerda et al. (1998, 1999) belegen: Der Cortisolspiegel bleibt oft noch etliche Stunden erhöht, selbst wenn der Hund äußerlich „zufrieden“ wirkt. Dies erklärt, warum viele Hunde: nach dem Ballspiel unruhiger sind Schwierigkeiten haben, sich zu beruhigen empfindlicher auf Reize reagieren deutlich länger brauchen, um sich zu erholen 2.2. Auswirkungen auf das Benehmen und die Gesundhei t Wenn das Erregungsniveau dauerhaft hoch ist, kann das auf Dauer: Die Fähigkeit zur Impulskontrolle senken Die Geduld bei Frustration verringern Die Schlafqualität negativ beeinflussen Die Erholung behindern Die Reaktion auf Dinge in der Umgebung steigern Für Hunde, die ohnehin schnell aufgeregt sind, kann das Spielen mit dem Ball bestehende Probleme noch verstärken. 3. Ein Blick auf die Verhaltensbiologie: Warum viele Hunde „ballbesessen“ sind Das Werfen eines Balls löst Teile des Jagdablaufs aus: Anstarren Verfolgen Fangen Zurückbringen Wird dieser Ablauf oft wiederholt, wird ein Verhaltensmuster künstlich überbetont, das sonst selten in einer solchen Schleife stattfindet. 3.1. Verstärkung von Erwartungshaltung Studien zur Motivation und Emotion bei Hunden (Feddersen-Petersen 2008; Horowitz 2009) zeigen: Das wiederholte Jagen führt zu einer stärkeren Erwartungshaltung Hunde geraten in einen Zustand von Stress durch Vorfreude Das Gehirn schaltet in eine Art „Belohnungskreislauf Das erklärt das typische Verhalten: Starren auf die Hand Unruhe, leises Wimmern Ständiges Fordern des Balls Schnelle Verärgerung 3.2. Entstehung von Problemmustern Die klinische Verhaltensmedizin (Overall 2013) kennt Fälle, in denen das Ballspiel: Wiederholungszwänge übersteigertes Suchverhalten zwanghaftes Verhalten gestörte Mechanismen zur Beruhigung fördert. Diese Hunde wirken nicht „fröhlich“ – sie wirken abhängig. 4. Wie lässt sich das Ballspiel positiv gestalten? Ballspielen ist an sich nicht schlecht. Entscheidend sind die Art und Weise, die Häufigkeit und der Hund selbst. Ein gesundes Ballspiel bedeutet: kontrolliertes Zurückbringen (nicht nur Jagen) kurze Spieleinheiten ein Untergrund, auf dem man nicht rutscht kein Springen nach hochgeworfenen Bällen Aufwärmübungen vorher Abkühlen danach ausreichend Ruhepausen klare Zeichen für Anfang und Ende Besser geeignete Alternativen sind: Schnüffelarbeit gezieltes Apportieren Versteckspiele Zerrspiele mit festen Regeln geistige Herausforderungen gezielte Übungen zur Körperkontrolle (z. B. mit Hindernissen oder beim Balancieren) Diese Methoden unterstützen: Schonung der Gelenke Selbstkontrolle Fähigkeit, Impulse zu beherrschen korrekte Muskelarbeit Fazit: Ballspiel bewusst nutzen, nicht einfach so Aus wissenschaftlicher Sicht ist unkontrolliertes Ballwerfen: eine starke Belastung für den Bewegungsapparat ein hoher Stressfaktor ein Verstärker für Jagdverhalten und erwartungsgetriebene Verhaltensmuster Das heißt nicht, dass Ballspielen verboten werden sollt e. Aber es sollte bewusst, zielgerichtet und individuell eingesetzt werden. Der Schlüssel liegt darin: 👉 Weniger Hast – mehr Wertigkeit. 👉 Weniger Jagen – mehr Zusammenarbeit. 👉 Mehr Wissen – geringeres Risiko. Literatur / Quellen (alle echt & nachprüfbar) Orthopädie & Biomechanik Zink, M. C. (2013). Canine Sports Medicine and Rehabilitation. Wiley-Blackwell. Millis, D., & Levine, D. (2014). Canine Rehabilitation and Physical Therapy. Elsevier. Carr, B. J. et al. (2015). “Kinematic analysis of the forelimb in dogs. ” VCOT. Cook, J. L. (2010). “Shoulder injuries in dogs. ” JAVMA. Warren-Smith, A. K., & Curtis, R. (2015). Journal of Small Animal Practice. Stressforschung Hydbring-Sandberg, E. et al. (2004). Physiology & Behavior. Beerda, B. et al. (1998, 1999). Applied Animal Behaviour Science. Verhalten Feddersen-Petersen, D. (2008). Hundepsychologie. Horowitz, A. (2009). Inside of a Dog. Overall, K. (2013). Manual of Clinical Behavioral Medicine.
- CBD-Öl bei Hunden mit Arthrose: Was Studien wirklich zeigen
Viele Hundebesitzer:innen kennen es; Der geliebte Vierbeiner wird älter, läuft langsamer, zögert beim Aufstehen und wirkt manchmal müde und steif. Die Ursache ist oft Arthrose - eine schmerzhafte Gelenkerkrankung, die mit der Zeit immer mehr Bewegung und Lebensfreude nimmt. Immer öfter wird in diesem Zusammenhang über CBD-Öl gesprochen. Doch was steckt wirklich dahinter? Kann CBD die Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern? Und was sagen wissenschaftliche Studien dazu? In diesem Artikel bekommst du verständliche Antworten - speziell für Hundehalter:innen. Was ist CBD-Öl? CBD steht für Cannabidiol, einen natürlichen Bestandteil der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC wirkt CBD nicht berauschend oder dämpfend. Stattdessen kann es schmerzlindernd, entzündungshemmend und beruhigend wirken. CBD Öl enthält in der Regel ein pflanzliches Öl (bspw. MCT - Öl), das mit CBD angereichert wird. Inzwischen gibt es unzählige Produkte speziell auf den Markt für Tiere, was die Auswahl für den Tierbesitzer sehr erschwert. Es i st essentiell, dass die Produkte frei von THC bzw. nur Spuren von THC enthalten, damit diese für Tiere optimal verträglich sind. Meine Produkt-Empfehlung findest du hier: EMPFEHLUNGEN Arthrose beim Hund: kurz erklärt Arthrose ist eine chronische Erkrankung der Gelenke. Dabei wird der Knorpel in den Gelenken langsam abgebaut und zerstört. Die Folge: Schmerzen, Entzündungen, Bewegungseinschränkungen. Betroffen sind vor allem ältere Hunde: Häufige Anzeichen: Der Hund steht schwerfällig auf Er spielt weniger Er meidet Treppensteigen, ins Auto zu springen usw. Die Spaziergänge werden kürzer Es kann ein hörbares Knirschen und Knacken in den Gelenken auftreten Häufige Schmerzanzeichen beim Tier Was sagt die Wissenschaft? Studien über CBD bei Hunden mit Arthrose In den Letzten Jahren wurden mehrere Studien durchgeführt, die untersucht haben, wie CBD bei Hunden mit Arthrose wirkt. Die Ergebnisse sind vielversprechend - auch wenn noch weitere Forschung notwendig ist. Hier die wichtigsten Studien und ihre Erkenntnisse: Cornell University Studie (2018) - Linderung von Schmerzen und Steifheit Studienaufbau: Durchgeführt an der Cornell University, USA 16 Hunde mit klinisch bestätigter Arthrose Behandlung: zweimal Täglich CBD - Öl Dauer 4 Wochen Bewertungsmethoden: canine Brief pain inventory, Hudson activity score Ergebnis: Bereits nach zwei Wochen zeigten die Hunde deutlich weniger Schmerzen und eine bessere Beweglichkeit. Die Besitzer berichteten, dass ihre Hunde wieder aktiver und lebensfroher waren. Fazit der Forscher: CBD kann eine sichere und wirksame Ergänzung zur Schmerztherapie bei Hunden mit Arthrose sein. Quelle: Gamble et al., "Pharmacokinetics, safety, and Clinical Efficacy of cannabidiol Treatment in Osteoarthritic Dogs", Frontiers in Veterinary Science 2018 CBD wirkt entzündungshemmend - In vitro Experiment In einem Ex-vivo-Experiment mit Blut von Hunden konnte CBD die Bildung von entzündungsfördernden Stoffen wie IL-6, TNF-a, COX-2 und NF-KB deutlich reduzieren. Auch wenn das indirekt ist, weist es auf ein entzündungshemmendes Potential bei Arthrose hin. Fazit der Forscher: CBD modifiziert Entzündungsprozesse auf zellulärer Ebene Quelle: Effect of Cannabidiol on Canine Inflammatory Response: An ex Vivo Study on LPS Stimulated Whole Blood, MDPI CBD bei Arthrose im Rattenmodell (2024) In dieser neuen Studie wurde Arthrose bei Ratten künstlich ausgelöst. Dieses Modell spiegelt besonders gut, was viele ältere Hunde mit degenerativen Gelenkerkrankungen erleben. Die Ratten erhielten täglich CBD über 12 Tagen. Die Ratten zeigten in der CBD-Gruppe: weniger Lahmheit und Hinken geringere Gelenkschwellung weniger Schmerzverhalten Laboranalysen zeigten: Reduktion der entzündlichen Marker bessere Gelenkstruktur unter dem Mikroskop Es traten keine negativen Begleiterscheinungen bei der Anwendung von CBD auf. Fazit: Die Studie liefert überzeugende Hinweise darauf, dass CBD entzündungshemmend, schmerzlindernd und gelenkschützend wirkt. Quelle: Chen, X. et al. (2024). Cannabidiol Inhibits Inflammation in Rat Osteoarthritis: JSM Tropical Medicine an Research Zusammenfassung der Studienlage CBD zeigt in Tierstudien vielversprechende Wirkung gegen Gelenkschmerzen und Entzündungen - ohne erkennbare Nebenwirkungen. Es wirkt nicht nur auf das Schmerzempfinden, sondern greift tief in entzündliche Prozesse ein. Die Wissenschaft deutet darauf hin, dass CBD ein sicheres und natürliches Mittel zur Unterstützung der Gelenkgesundheit sein kann - vorausgesetzt, es wird verantwortungsvoll und individuell angepasst eingesetzt. Wirkung von CBD Öl Ist CBD-Öl für Hunde sicher? In den meisten Studien zeigte sich CBD als gut verträglich. Nur wenige Hunde hatten leichte Nebenwirkungen wie: Etwas Durchfall oder Erbrechen (meist zu Beginn der Therapie) leichte Erhöhung bestimmter Leberwerte (meist ohne klinische Bedeutung) Wichtig: Wenn Dein Hund bereits Medikamente bekommt, solltest du unbedingt vorher mit Deinem Tierarzt sprechen Tipps zur Anwendung Wenn du überlegst, CBD bei deinem Hund auszuprobieren, hier ein paar Tipps: Beginne mit einer niedrigen Dosierung Beobachte gut, ob dein Tier positiv reagiert Gib das Öl direkt in das Maul - 30 Min. vorher und nachher kein Fressen Achte auf hochwertige Produkte: Pestizidfrei, THC frei, mit Analysezertifikat, tierärztlich geprüft
- Die Krux mit den Terminen
Liebe Hundefreunde, bisher bin ich in meiner Praxis (von wenigen Notfällen abgesehen), einer rein Terminbasierten Praxis, sehr kulant mit kurzfristig abgesagten oder gar ohne Absage einfach nicht wahrgenommenen Terminen, umgegangen. Hundebesitzer, die aus gesundheitlichen Gründen ihrer Hunde oder die selbst aus dringenden gesundheitlichen oder familiären Gründen oder aus welchen Gründen auch immer, ihren Termin nicht einhielten, hatte ich in der Vergangenheit nur selten Ausfallhonorare in Rechnung gestellt. In letzter Zeit wurde zuletzt von verschiedener Seite immer wieder beklagt, dass ich kaum Termine zur Verfügung stelle. Ich erlebe tatsächlich eine sehr hohe Nachfrage insbesondere nach Terminen für die Physiotherapie von notleidenden und dringend Behandlung suchenden Hundebesitzern für ihr Tier. Mir ist es bewusst, dass ich kein Tierarzt bin, ich nehme meinen Beruf aber sehr ernst und versuche jedem einzelnen nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen. Auf der anderen Seite stelle ich seit einiger Zeit fest, dass immer häufiger Hundebesitzer Termine verbindlich vereinbaren, diese dann entweder ohne Absage nicht wahrnehmen oder sehr kurzfristig aus unterschiedlichsten Gründen dann plötzlich absagen, so dass diese in meiner Praxis häufig zeitaufwendigen und ausführlichen Termine (Ersttermine 90 Min, Folgetermine zwischen 45 – 60 Minuten veranschlagt) dann nicht einmal wegen der Kurzfristigkeit der Absage oder einfachem Nicht-Erscheinen, anderen dringlich anfragenden Hundebesitzern zur Verfügung gestellt werden können. Dieses Phänomen lässt sich zunehmend feststellen. Damit könnte in der Zukunft unterschiedlich umgehen: Ich könnte zukünftig schon gar keine Termine mehr an neue Kunden vergeben oder ich könnte die Termine auch beim Erstkontakt auf ein Mindestmaß von 60 Minuten begrenzt halten, was in meiner festen Überzeugung, zumindest nach meiner persönlichen Meinung, kaum zu einem guten Behandlungsstandard oder gar guten Erstanamnese führen kann. Deshalb möchte ich gerne meinen Qualitätsstandard so gut wie möglich wahren und nicht durch die Unzuverlässigkeit mancher Menschen zu einem Verhalten gezwungen werden, was mir widerstrebt. Im Ergebnis ergeben sich auch durch die von einigen Hundebesitzern nicht wahrgenommenen oder nur sehr kurzfristig abgesagten Termine deutlich längere Wartezeiten für alle und vor allen diejenigen, die diese teils sehr dringend benötigen! Ein weiterer Aspekt, den ich hervorheben möchte: Meine Praxis ist weder ein Verein, der von Spenden lebt, noch ist sie ein Großunternehmen, wie die BMW oder die Anicura, die Millionen € Umsatz fährt. Meine Praxis ist eine „One Woman Show“. Das bedeutet, dass ich nur dann eine Entlohnung für Leistungen erhalte, die mein Patient tatsächlich erfährt. Bei Terminausfällen – ganz gleich aus welchem Grund – erhalte ich nichts! Das bedeutet für mich: Kommt ein Hundepatient nicht, bleiben Umsätze aus, von denen selbstverständlich auch ich, Versicherungen, Mieten, Energiebezug, Schulungen etc. bezahlen muss. Einnahmen, die auch zur Erhaltung der bisher vorgehaltenen Servicestruktur meiner Praxis erforderlich sind. Das alles biete ich an, weil ich überzeugt davon bin, dass ich damit ein gutes Behandlungsangebot für meine Patienten vorhalte. Dennoch sind diese (und viele andere) Dinge nicht kostenlos. Meiner Praxis entsteht durch verbindlich vereinbarte, aber nicht wahrgenommene oder sehr kurzfristig abgesagte Termine, ein erheblicher finanzieller Schaden. Dies veranlasst mich entgegen bisheriger Gewohnheiten leider ab sofort, konsequent auf Ausfallhonorare für solche Fälle zu bestehen. In juristischer Hinsicht ist dies bereits länger schon möglich und wurde auch zuletzt auch in höheren gerichtlichen Instanzen so bestätigt (Stichwort: Annahmeverzug). Dabei kommt es – auch juristisch – nicht auf die Gründe der Verhinderung an. Soweit der Termin anderweitig besetzt werden kann, entfällt selbstverständlich das Ausfallhonorar. Zweimaliges unentschuldigtes Fernbleiben führt i.d.R. zum Behandlungsabbruch (Ausnahme: Notfall) und ich stelle keine Termine mehr zur Verfügung. Persönlich bedaure ich diese Entwicklung und auch die daraus notwendig gewordenen Entscheidungen, welche jedoch zu Gunsten derjenigen getroffen wurden, welche eine Behandlung/Beratung in meiner Praxis wünschen, dies auch ernst nehmen und auch zu den vereinbarten Terminen erscheinen. Dennoch gehe ich grundsätzlich davon aus, dass auch bei einer guten Planung die Entrichtung von Ausfallentschädigungen für nicht abgesagte oder nicht wahrgenommene Termine grundsätzlich vermeidbar sein werden. Dies führt aber dazu, dass ich Ihnen Terminausfälle privat in Rechnung stellen werde, wenn die Terminabsage vor dem vereinbarten Termin nicht innerhalb der in der von Ihnen vorab zugesandten Terminbestätigung bei mir eingeht ( 24 h vorher – ohne Berechnung von Samstagen, Feiertagen und Sonntagen ). Nur dann nämlich habe ich die Möglichkeit, den Termin an andere Hundebesitzer weiterzugeben. Die Regelung zu dem Ausfallhonorar ist in meinen AGBs bereits enthalten, welche Sie künftig vor Bestätigung eines (ersten) Termins um Unterzeichnung bzw. vorab als Zusendung über das Homepageformular gebeten werden. Ich bitte um Ihr Verständnis!
- Lahmen der Vorderpfote - nicht immer liegt es an der Vorderpfote selbst
Hast du gewusst, dass bei einem „Humpeln“ mit der Vorderpfote nicht immer die Ursache in der betroffenen Vorderpfote zu finden ist. Oft werden mir Tiere vorgestellt, die mit den Vorderpfoten lahmen, das Röntgenbild aber völlig in Ordnung ist und keine Hinweise auf eine Erkrankung des Vorderbeins zulässt. Wo kann das Problem dann sein? Erfahrungsgemäß ist es so, dass das Grundproblem zumeist nicht in der lahmenden Vorderpfote liegt, sondern ein Lahmen häufig aufgrund eines Problems in den Hintergliedmaßen oder im Rücken (besonders in der Lendenwirbelsäule) auftreten kann. Zu den möglichen Erkrankungen zählen unter anderem (Aufzählung nicht vollständig): Arthrose in den Knien oder der Hüfte, ein Kreuzband-Anriss im Knie, der über einen längeren Zeitraum nicht entdeckt wurde Cauda Equina Kompressionssyndrom Hüftdysplasie Patellaluxation Spondylose in der Lendenwirbelsäule, aber auch in der Brustwirbelsäule Etc. Wie kommt das? Hunde sind Meister darin, ein körperliches Defizit auszugleichen. Das können sie natürlich viel besser, als wir zweibeinigen Menschen, mit ihren vier Beinen. Da, wo eine Entlastung stattfindet, findet anderswo eine Überlastung einer anderen Gliedmaße statt. Eine Überlastung einer Gliedmaße bedeutet, dass der Hund aufgrund von seinem Defizit (z.B. Arthrose im Knie) und den damit verbundenen Schmerzen, nicht so stark – wie erforderlich – auf dem betroffenen Bein Gewicht/ Last tragen kann. Er entlastet also das „kranke“ hintere Bein. Damit aber das Gehen, Spielen, Laufen, trotz des Defizits und der Schmerzen, noch reibungslos funktioniert, verteilt er sozusagen das Gewicht auf die Vorderbeine (bei Problemen im hinteren Körperbereich) um. Damit geht eine Überbelastung der Vorderbeine einher. Für gewöhnlich und erfahrungsgemäß entsteht ein „kontra-lateraler-diagonaler“ Ausgleich. Das bedeutet: Ein Defizit im rechten Hinterbein führt zu einer Überbelastung des linken Vorderbeins Ein Defizit im linken Hinterbein führt zu einer Überbelastung des rechten Vorderbeins Die Folgen der Überlastung manifestieren sich in den meisten Fällen nicht zeitnah. Wenn es aber regelmäßig und dauerhaft zu Überlastungen in den ausgleichenden Gliedmaßen kommt, entstehen Überlastungsschäden in Form von stark beanspruchten Gelenken und überbeanspruchter Muskulatur. Es entsteht zudem z.B. ein Gelenkverschleiß (bspw. in Form von Arthrose) und eine Überbeanspruchung der Sehnen und Bänder. Als Folge kann schließlich ein Lahmen/ Humpeln in der ausgleichenden Struktur auftreten. Es lohnt sich also immer den Hund ganzheitlich zu betrachten und nicht nur den Fokus auf das augenscheinlich offensichtlich erkrankte Bein zu richten. Bildquelle – Titelbild: Hund humpelt vorne? 6 Ursachen & wann zum Tierarzt (happyhunde.de)
- Mein Hund / meine Katze hatte eine OP (Operation) - Was kann ich tun?
Zunächst ist es wichtig, dass Du die Anweisungen des Operateurs strikt beachtest. In den meisten Fällen ist es sinnvoll eine physiotherapeutische Betreuung durch einen ausgebildeten Tierphysiotherapeuten in Anspruch zu nehmen. Die Physiotherapie kann sehr gut dazu beitragen, Schmerzen und Entzündungen zu beseitigen. Postoperative Schonhaltungen zu verringern bzw. erst gar nicht entstehen zu lassen. Die Bewegungsfreiheit der Gelenke zu erhalten, und zu verbessern und die Muskulatur zu stärken. Mit Hilfe der Physiotherapie kann sehr gut die Heilung gefördert werden, das erneute Verletzungsrisiko gemindert und die Lebensqualität des Tieres erheblich gesteigert werden. Du kannst aber selbst einige Dinge beachten, um Deinen Liebling in der postoperativen Zeit zu unterstützen: 1. Nahrungsergänzungsmittel Du kannst Deinem Hund/ Deiner Katze Zusatzstoffe ins Futter mischen, damit sich die Gelenkschmiere besser aufbauen kann. Folgende Mittel haben sich bewährt: - Glucosamin - Chondroitin - MSM - Hyaluronsäure - Omega-3 Fettsäuren (bspw. Krillöl) - Proteinreiche Nahrungsmittel wie Fleisch oder Fisch 2. Orthopädisches Hunde- und Katzenbett Mit einem orthopädischen Hundebett kann Dein Hund optimal liegen und sich somit im Schlaf erholen, was sich positiv auf die Heilung und sein Allgemeinbefinden auswirkt. Oft besteht das Innenleben eines solchen Bettchens aus Memoryschaum. Einem viel liegenden Patienten verschafft der Schaum eine spürbare Erleichterung, da der Liegedruck gleichmäßig verteilt wird und so der Körper optimal gestützt wird. Dadurch werden Liegeschwielen vermieden und Dein Liebling kann besonders gelenkschonend liegen. Alternativ kannst du auch eine Viskosematte kaufen (gibt es bei Amazon zu erwerben), was wesentlich günstiger ist. Du solltest die Matte dann am besten mit einem Leintuch oder Kissenbezug überziehen. 3. Inkontinenzmanagement Falls Dein Schatz noch nicht selbstständig Urin absetzen kann, ist es äußerst wichtig, dass Du Deinem Tier hilfst die Blase zu entleeren. Diese muss man manuell ausdrücken. Das Vorgehen lässt Du dir am besten von dem behandelnden Tierarzt oder einem Physiotherapeuten zeigen. Dabei besteht immer die Gefahr, dass ein wenig Rest Urin in der Blase verbleibt. Es kann aus diesem Grunde sinnvoll sein, dass Du Deinem Tier Präparate gibst, die die Blase stärken und das Milieu für Bakterien unangenehm machen. Falls Dein Schatz, im umgekehrten Fall, eine „Überlauf-Blase“ hat, also den Urin nicht halten kann, ist es empfehlenswert, dass Du das Bettchen mittels Inkontinenz Unterlagen schützt und diese regelmäßig wechselst. Vergiss aber nicht, dass du Dein Tierchen immer zuverlässig säuberst. Auch hier empfehle ich Dir, ein Blasen-Präparat zur Unterstützung der Blasenfunktion einzusetzen. 4. Umlagern Wenn Dein Hund/ oder Deine Katze noch nicht gehfähig ist, solltest Du ihn/ sie am besten häufiger am Tag umlagern (optimal alle 2 Std.), damit Druckstellen vermieden werden. Du kannst ihm auch helfen für ein paar Sekunden zu stehen, falls der Chirurg sein „ok“ gegeben hat. Im Falle eines größeren Hundes bietet sich bspw. ein breites Handtuch an, welches Du um den Bauch des Hundes schlingen kannst. 5. Rutschfreie Untergründe Das Ausrutschen auf glatten Böden birgt immer die Gefahr für Deinen Liebling, sich neu zu verletzen bzw. den Genesungsprozess zu verzögern. Du kannst leicht Abhilfe schaffen, indem Du bspw. Gummimatten, Teppiche u.v.m auf rutschigen Böden für den Zeitraum der Genesung auslegst. Ich kann Dir zum Beispiel die Rutschstopper für Teppiche oder Baumatten, die es sehr günstig in jedem Baumarkt gibt, empfehlen. 6. Hunderolli – ggf. Katzenrolli Bei noch nicht steh- und gehfähigen Patienten macht es in meinen Augen Sinn einen Rollstuhl zu besorgen. Rollis müssen heutzutage nicht mehr gekauft werden, man kann Sie auch temporär bei diversen Reha-Techniker für Tiere ausleihen. Der Rolli ermöglicht Deinem Tier sich wieder selbständig zu bewegen und aktiv zu sein. Das fördert nicht nur seine Gesundheit, sondern beeinflusst die Psyche positiv. Ein Rolli kann in zweierlei Hinsicht sehr sinnvoll sein. Als zeitlich begrenzte Unterstützung eignet sich der Rolli als Steh- bzw. Gehhilfe. Dein Liebling kann so seine Pfoten wieder bewegen und verliert damit weniger Muskelmasse. Außerdem bleibt die Gelenkbeweglichkeit erhalten. Ein Rollstuhl kann aber auch als dauerhafte und vollständige Gehhilfe eingesetzt werden. Gerade für gelähmte Tiere ist der Rolli ein Stück „Freiheit“ und Lebensqualität, da sich das Tier damit wieder selbstständig fortbewegen kann. Auch in der Physiotherapie-Rehabilitierungsphase ist der Rollstuhl ein gern gesehenes Hilfsmittel. Ich persönlich arbeite sehr gerne damit. 7. Weitere Hilfsmittel Auf dem Markt gibt es diverse weitere Hilfsmittel, wie Tragehilfen, Gehhilfen, Geschirre und Bandagen u.v.m. Achtet beim Kauf auf einen hohen Tragekomfort. Lasst Euch dazu am besten von einem Tierphysiotherapeuten oder Reha-Techniker für Tiere beraten. 8. Liebe und Zuneigung „Liebe kann Berge versetzen“, so ein Sprichwort. Unterschätzt daher nicht, wieviel die Geduld, die Liebe und das gute Zureden bei Deinem Schatz bewirken kann. Ich nenne es gerne als die andere Hälfte der Heilung. Studien belegen immer wieder, wie Zuneigung die Gesundheit stärken kann. Sogar bei Menschen! Selbst, wenn Du nur kurz Zeit hast, kannst du Deinem Tier gut zureden, es ermutigen, es streicheln, liebhaben und an Deinem Leben teilhaben lassen. Du wirst erstaunt sein, was du damit bewirken kannst.
- Igelballmassage - Anleitung
Igelballmassage- Anleitung Warum empfehle ich meinen Patientenbesitzern die Muskulatur ihres Lieblings mit dem Igelball zu behandeln? Ganz einfach, weil man trotz Unkenntnis in den Massagetechniken damit auch als Laie eine ganz hervorragende Wirkung erzielen kann. Zudem ist sie für Hunde jeden Alters, vom Welpen bis zum Senior, bestens geeignet. Aber – No Go: Bitte beachte, dass eine Massage mit dem Igelball ein absolutes No-Go bei einem ballverspielten Hund ist. Dein Hund wird während der Massage sich so sehr auf den Ball fokussieren, dass er keine Entspannung finden wird. Wirkung: Ich nenne die Igelbälle als kleine Bälle mit großer Wirkung! Eine Massage mit dem Igelball ist nicht nur wohltuend, sondern auch effektiv! Lösen von Verspannungen Durchblutungsfördernd Anregung der Muskelregeneration Entschlackung Nerven- und Muskelsensibilisierung Stimulation der Propriorezeption an den Pfotenballen und auch bei gelähmten Gliedmaßen Mit einer Igelballmassage kann die Durchblutung gefördert werden. Gleichzeitig wird dabei der Kreislauf Deines Lieblings in Schwung gebracht. Das geschieht dadurch, dass durch den Einsatz der Noppen und den leichten Druck auf die Massageregion diese Körperstelle stimuliert und aktiviert wird. Die Muskulatur entspannt sich und Du kannst sogar damit die Schmerzen Deines Vierbeiners lindern. Gerne wird die Igelballmassage bei gelähmten oder/ und frisch operierten Tieren angewendet, da Muskeln und Sensoren verstärkt angesprochen werden können. Dadurch können Impulse intensiver und bewusster wahrgenommen werden. Das Körpergefühl des Vierbeiners kann somit gesteigert werden. Und so wird es gemacht: Schaffe eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Führe die Bewegung mit leichtem Druck aus. Du brauchst keinen harten festen Druck. Versuche die Bewegungen gleichmäßig und fließend mit dem Strich durchzuführen. Erfahrungsgemäß empfinden Hunde kreisende Bewegungen als besonders angenehm. Am besten ist es, wenn du nicht zu lange auf derselben Stelle massierst und knöcherne Bereiche aussparst. Gegen den Strich solltest du nur dann massieren, wenn Dein Vierbeiner gelähmt ist. Dadurch trainierst Du noch mehr die Wahrnehmung der Gliedmaßen. Bei Hunden, die an einer Erkrankung des Bewegungsapparats leiden, wie z.B. Arthrose oder Lähmungen, kannst Du die Massage jeden Tag anbieten für ca. 10 – 15 Min.. Bei gesunden Hunden verwende den Igelball eher 2 -3 Woche, damit es nicht zu einer Überreizung kommt. Langer Rückenstrecker: Beginne erst die Muskulatur am Rücken Deines Lieblings zu bearbeiten. Du startest dazu zunächst entweder rechts oder links neben der Wirbelsäule ganz oben (hinter den Ohren) bei der Halswirbelsäule (gelbe Markierung auf dem Bild). Spare die Knochenpunkte aus (rote Punkte auf dem Bild). Arbeite dich in kleinen kreisenden Bewegungen über die Halswirbelsäule, dann weiter über das Schulterblatt entlang zur Brustwirbelsäule, dann über die Brustwirbelsäule entlang und anschließend entlang der Lendenwirbelsäule bis runter zum Schwanzansatz. Das Gleiche machst du auf der anderen Seite. Je nachdem, ob Du rechts oder links von der Wirbelsäule begonnen hast. Muskulatur der Vorderbeine: Nun legt sich Dein Hund bestenfalls auf eine Seite, damit du das Vorderbein– entweder der rechten oder linken Seite bearbeiten kannst Beginne ganz oben am Schulterblatt und arbeite dich in kreisenden Bewegungen entlang des Oberarms, dann weiter entlang des Unterarms bis zur Pfote hinab. Lasse erneut die Knochenpunkte aus (rote Markierung). Wenn du die Sensomotorik deines Hundes trainieren möchtest, dann bearbeite die Pfotenballen gleich mit. Quelle Hundebild: www.zoolac.nl Muskulatur der Hinterbeine: Auch hier ist es am besten, wenn Dein Hund auf der Seite liegt. Fahre am besten mit der Seite fort (rechts oder links) auf der Du schon eventuell das Vorderbein bearbeitet hattest. Beginne an der Hüft- und Kruppenmuskulatur, massiere weiter entlang der Oberschenkelmuskulatur bis zur Kniemuskulatur, dann weiter zum Unterschenkel und von dort bis runter zur Pfote. Lasse erneut die Knochenpunkte aus (rote Markierung). Auch hier trainierst du die Sensomotorik deines Hundes, wenn Du die Ballen mit massierst. Quelle Hundebild: www.zoolac.nl Und nun viel Spaß! Probier es einfach aus. Dein Vierbeiner wird es lieben 💛
- Rezeptidee für ein "Do it yourself" Pfotenwachs
Im Winter haben wir immer wieder das leidige Thema mit dem kalten Boden, Schnee und jede Menge Salz und Streugut auf den Straßen und Wegen. Damit Dein Hund durch das Salz und den Split keine rissigen Pfoten oder gar wunde Pfoten bekommt, solltest Du sie gut versorgen und pflegen. Das heißt, dass Du am besten dafür Sorge tragen solltest, dass Eis und Salz gar nicht erst die Haut an den Pfoten reizen kann. Besonders sinnvoll ist es deshalb eine spezielle Pfotenpflege im Winter zu verwenden, wenn dein Hund häufig auf gestreuten Wegen laufen muss und Du wenig Gelegenheit hast auf Waldwegen etc. auszuweichen. Stadthunde sind einfach immer häufiger von winterlichen Pfotenproblemen betroffen. Ich selbst verwende immer ein „homemade“ Pfotenwachs, welches ich selbst immer im Winter herstelle. Ich weiß so, welche Inhaltsstoffe enthalten sind und wenn meine Racker hinschlecken ist alles nicht so schlimm. Ich verwende dazu: Ringelblumen Ölivenöl Kokosöl Bienenwachs Alle Zutaten in Bio-Qualität. Warum Pfotenwachs? Das Wachs bildet eine Schutzschicht über den Pfotenballen und verhindert, dass das Salz und der Split überhaupt die Pfotenballen reizen. Ich trage das Wachs immer vor dem Spazierengehen auf und bei Bedarf nochmal abends vor dem Schlafengehen. Es reicht eine ganz kleine Menge dafür aus. Und hier folgt das Rezept. Ringelblumenauszugsöl: Ihr braucht als Grundlage ein "Ringelblumen-Auszugsöl." Ich erkläre Euch im Folgenden wie Ihr das selbst herstellen könnt. Es bedarf ein wenig Geduld und Zeit: Ihr benötigt: 50 ml Bio Oliven-Öl 5 g getrocknete Ringelblumen aus biologischem Anbau ein Schraubglas Füllt so viel Öl und Ringelblumen, wie ihr mengentechnisch benötigt, in das Schraubglas. Achtet bitte dabei, dass die Ringelblumen gut vom Öl bedeckt sind. Nun stellt Ihr das Glas für 4 – 6 Wochen an einen sonnigen warmen Platz. Schüttelt bitte mind. einmal am Tag den Sud gut durch. Dadurch verhindert Ihr die Schimmelbildung im Glas. Nach 6 Wochen ist das ätherische Öl aus den Ringelblumen in das Olivenöl übergegangen. Nun könnt Ihr den Auszug durch ein feines Sieb abseihen. An einem dunklen Ort hält es mehrere Monate. Pfotenwachs: Wenn Ihr nun das Auszugsöl habt, könnt Ihr in einem zweiten Schritt die "Salbe" herstellen. Für 30 Gramm Pfotenwachs benötigt Ihr: 20 ml Ringelblumen 4 g Kokosöl 5 g Bienenwachs vom örtlichen Imker oder von einer reinen Bienenwachs-Kerze drei Töpfe (zwei davon für ein Warmwasserbad) kleinere Schraubgläser oder Tiegel zum Verschließen Bereite mit den zwei Töpfen ein Wasserbad vor. Gebe in den oberen Topf das Kokosöl und das Wachs und lasse beide Zutaten unter ständigem Rühren schmelzen. Erwärme das Ringelblumenöl in einem anderen Topf auf ca. 30 Grad. Lasse anschließend das flüssige Kokosöl-Bienenwachs Gemisch etwas abkühlen und füge dann unter ständigem Rühren das erwärmte Ringelblumenöl hinzu. Fülle jetzt das noch warme Öl in die Schraubgläser oder Tiegel. Lasse die Masse abkühlen. Dadurch wird sie fest. Schließe erst jetzt die Gefäße. Bewahre die Salbe im Kühlschrank auf. Und fertig ist der Pfotenbalsam für Deinen Liebling.🐾🐶
- Die richtige Krallenpflege für Euren Liebling
Das Thema mit den Krallen (Die Anleitung ist in Zusammenarbeit mit der Hundephysio Bodenwöhr entstanden) Kannst Du Dir vorstellen, dass die Krallenlänge Deines Hundes etwas mit seinem Bewegungsapparat zu tun hat? Die Krallen haben großen Einfluss darauf, wie Dein Hund steht und geht. Nicht nur, dass Dein Hund mit zu langen Krallen wie auf Eiern läuft, sondern zu lange Krallen können schlichtweg weh tun, da sie ständigen Druck auf die Pfote erzeugen. Durch die daraus resultierenden Schmerzen können Eure Hunde lahmen. Was aber noch schlimmer ist, ist die Tatsache, dass zu lange Krallen zu einer veränderten Stellung der Zehen führen können. Dein Hund wird dann das Aufsetzen der Pfote anpassen, um Schmerzen zu verhindern. Dieses Verhalten kann dann Veränderungen in den Zehengrundgelenken zur Folge haben. Ein guter Vergleich zu uns Menschen ist, wenn wir uns vorstellen in zu engen Schuhen zu laufen. Wir würden das keinen Tag ohne Schmerzen durchhalten. Dauerhaft kommt es zu Veränderungen in den Gelenken, die auf Dauer zu Arthrose führen können. Zu lange Krallen haben zudem negativen Einfluss auf die Raumwahrnehmung Eures Hundes. Die Pfoten sind mit ganz vielen Nerven durchzogen damit der Hund bspw. seine räumliche Position (oben, unten) wahrnehmen kann. Sind die Krallen zu lang, wird die Botschaft von den Nerven in der Pfote zum Gehirn falsch/ fehlerhaft/ verändert übermittelt. Seine Raum-Wahrnehmung ist damit gestört. Im Nachfolgenden zeige ich Euch das „Thema mit den Krallen“ anschaulich anhand von Bildern: Im ersten Bild sind zu lange Krallen erkennbar: ▪ die Krallen berühren den Boden beim Stehen ▪ auf glatten Böden kannst du bei jedem Schritt deines Hundes ein Klickern hören Wenn ihr also die oben genannten Anzeichen für zu lange Krallen beobachten könnt, ist es sinnvoll die Krallen kürzen. Im zweiten Bild könnt Ihr Krallen sehen, wie lang sie im Optimalfall sein sollten: Aber wie kürzt Ihr am besten die zu lang gewordenen Krallen Eures Lieblings? Ein häufiges Problem bei der Kürzung der Krallen ist, dass diese bereits zu lang sind und das „Leben“ mit der Zeit nach vorne gewachsen ist. Wird so eine Kralle gekürzt, besteht immer die Gefahr für ein Verletzungsrisiko. Hier ist Geduld gefragt. Ich verwende hierfür ein Schleifgerät und kürze die Krallen behutsam und schrittweise. Es ist darauf zu achten, dass man den Schleifkörper nur für kurze Zeit an die Kralle hält, um eine Überwärmung zu vermeiden. Sobald man in der Krallenmitte einen dunklen Punkt erkennen kann (Bild 3) ist genug Krallenmaterial abgefeilt worden. Der dunkle Punkt zeigt an, dass sich das Leben in der Nähe befindet. Nach einigen Tagen hat sich dieses aber wieder ein Stück zurückgezogen und man kann neu ansetzen und die Krallen ein Stück nachkürzen. Das Schleifgerät eignet sich auch im Falle von schwarzen Hunde-Krallen. Aber es herrscht durch die „Undurchsichtigkeit“ der Krallen ebenfalls ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Achtsamkeit ist gefragt! Beim Schleifen ist es wie beim Schneiden, man sollte den Hund am besten trainerisch daran gewöhnen. Hier noch weitere Tipps für das Krallenschleifen? Bei Hunden mit langem Fell ist es einfacher, wenn man vorher z.B. einen Seidenstrumpf bearbeitet. Damit kann sehr gut das Fell zurückgehalten werden, damit es nicht das Sichtfeld während des Schleifens stört. Auf diesem Bild wurde die linke Kralle auf die bestmögliche Länge gekürzt. In der Mitte der Kralle könnt ihr wieder ganz deutlich den dunklen Punkt, das Leben, erkennen. Welches Gerät kann ich Euch empfehlen? Es gibt verschiedene Produkte auf dem Markt. Persönlich würde ich ein Gerät , welches folgende Merkmale aufweist, wählen: Ein Gerät ohne Batterien, also das selbst aufgeladen werden kann. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man länger und zuverlässiger, ohne Verlust der Schleifstärke, mit dem Gerät arbeiten kann. Integrierte LED-Beleuchtung. Man sieht gerade bei Hunden mit längerem Fell den Arbeitsbereich einfach besser. Regulierbare Geschwindigkeit Möglichst leiser Motor Diamant Schleifstein. Der Schleifstein ist dadurch langlebiger. Schleifsteinkappe in der man einzeln die Krallen positionieren kann und dadurch das Verletzungsrisiko minimiert wird. Produkte, die ich persönlich als empfehlenswert empfinde: Casifor nail Grinder Oster Cordless nail filer
- Die Patellaluxation beim Hund - darum "hoppeln" Hunde wie ein Hase
Definition Die Patellaluxation oder auch Kniescheiben-Verrenkung genannt, ist ein, vor allem bei kleinwüchsigen Hunden, bei heranwachsenden Hunden sowie älteren Hunden, häufiger Auslöser für Lahmheiten. Ursächlich ist die Verlagerung der Patella (Kniescheibe) aus dem sulcus trochlearis (Rollfurche) am unteren Ende des Oberschenkelknochens. Einfacher gesagt gleitet die Kniescheibe über die seitliche Begrenzung, die durch die Rollkämme des Oberschenkelknochens gebildet werden, hinaus. Die Verlagerung kann dabei intermittierend (wiederkehrend) oder permanent (andauernd) sein. Anatomie Das Kniescheibengelenk setzt sich einerseits aus der Kniescheibenrolle und andererseits aus der Patella (Kniescheibe) zusammen. Die Patella gleitet wie ein Schlitten in der Kniescheibenrolle hin und her. Aus diesem Grunde wird das Gelenk auch Schlittengelenk genannt. Bei der patella handelt es sich um einen flachen, scheibenförmigen Knochen (Sesambein), welcher in der Endsehne des vierköpfigen Oberschenkelmuskels eingelagert ist. Die Endsehne haftet an einer Knochen -Aufrauhung auf dem Schienbein und bildet dabei das gerade Schienbeinband. Der Quadrizepsmuskel, die patella (Kniescheibe), die Rollfurche, das Kniescheibenband und die Aufrauhung am Schienbeinknochen bilden einen Mechanismus, der für die Streckung und Stabilisierung des Kniegelenks wichtig ist. Im Gliedmaßenverlauf müssen sie in einer Linie (Gliedmaßenachse) angeordnet sein, um eine ungestörte Gelenkfunktion zu gewährleisten. Treten eine oder mehrere dieser anatomischen Strukturen aus der Gliedmaßenachse nach innen oder außen heraus, kann es zu einer Kniescheibenverrenkung kommen. Ursachen Man unterscheidet die mediale (zur Mitte hin) und laterale (nach Außen hin) Patellaluxation und eine genetisch bedingte (kongenitale) Form von einer spontanen traumatischen Luxation. Mediale Luxation Die mediale Luxation (Verlagerung über den medialen Rollkamm) stellt in der Praxis die häufigste Form der Luxation dar. Die Patella kann aber auch in beide Richtungen luxieren, wobei diese Form eher seltener anzutreffen ist. Genetische Veranlagung der Patellaluxation - medial: Bei kleinen Hunderassen und Zwergrassen (wie Jack Russel, Zwergpinscher, Zwergpudel, Yorkshire-Terrier, Chihuahua, Pekingese, Papillon und Boston-Terrier) kann eine Häufung der medialen Luxation beobachtet werden. Pathologische Winkelung des Oberschenkelkopfes (coxa vara) Mediale Verlagerung des Oberschenkelmuskels: O-Beinstellung des Hundes Hypoplasie der Rollfurche des Oberschenkelknochens bzw. zu große oder zu kleine Patella: Die Patella kann außerdem aus ihrer Gleitrinne rutschen, wenn die Rollfurche nicht tief genug ausgeprägt ist oder die Kniescheibe selbst zu groß oder zu klein ausgebildet ist und dadurch nicht richtig in ihre Führung passt. Rotationsinstabilität des Kniegelenks Deformation des Schienbeinknochens Laterale Luxation Diese Form tritt bei kleinwüchsigen und großen Rassen gleichermaßen auf. Ein plötzliches Auftreten der Kniescheibenverrenkung ist bei kleinen Rassen im Alter bekannt, während bei großen Rassen diese Art der Verrenkung häufig im Wachstum auftritt und mit einer Hüftgelenksdysplasie einhergeht. Pathologische Winkelung des Oberschenkelkopfes Mediale Torsion und Biegung des unteren Endes des Oberschenkelknochens Außenrotation und Deformation des Schienbeinknochens: Die Hunde haben dann X-Beine Laterale (nach Außen) Verlagerung des Oberschenkelmuskels Erworbene Patellaluxation (Luxatio patellae traumatica) Anders als die angeborene Patellaluxation wird die erworbene Form durch einen Unfall verursacht oder durch eine andere orthopädische Erkrankung, bspw. Hüftdysplasie oder in Fehlstellung verheilte Knochenbrüche, begünstigt. Sie manifestiert sich häufiger medial, einseitig und stets schmerzhaft. Ferner tritt meistens eine akut auftretende Lahmheit auf, da es zu Kapselverletzungen, Bandrupturen, Knorpel-, Gefäß- und Nervenverletzungen kommen kann. Geschlechtsspezifische Prädisposition (Veranlagung) Das Knie wird, wie im Kapitel Anatomie des Kniegelenks erläutert, von zahlreichen Bändern stabil gehalten. Bei Hündinnen sind diese Bänder zyklusabhängig etwas dehnbarer damit sich im Falle einer Geburt der Geburtskanal weiten kann. Die Hormone, die dafür verantwortlich sind, wirken sich jedoch auf alle Bänder im Körper aus und nicht nur auf die Bänder des Geburtskanals. Folglich auch auf den Bandapparat des Knies. Jede Läufigkeit führt zu dieser "Bändererweichung" und bildet sich nicht immer ganz zurück. Es resultiert eine gewisse Erschlaffung. So erklärt sich das Phänomen, dass zwar bei erblich vorbelasteten Hündinnen eine Neigung zur Patellaluxation vorliegt, diese jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt sichtbar wird oder nur um den Zeitpunkt der Läufigkeit herum, bzw. nach einer Geburt. Luxatio patellae infolge Überlastung durch Hundesport Die Muskulatur, die Sehen, die Bänder und das Skelett sportlich genutzter Hunde sind besonders von Überlastungsschäden und äußeren Verletzungen betroffen. Beim Hundesport, insbesondere auf den Rennstrecken, müssen Hunde sehr enge Kurven einnehmen was zur Einwirkung von starken dynamischen Kräften vor allem auf die Extremitäten führt. Dadurch werden die eingangs erwähnten Strukturen sehr belastet und es kann zu Überdehnung der Sehen und Bänder kommen was eine Luxation der patellae begünstigen kann. Ausprägungen einer Patellaluxation – Luxationsgrade (Grad 1 - 4) Im Rahmen eines tierärztlich orthopädischen Untersuchungsgangs des Kniegelenks kann die die Diagnose gestellt werden. Das Untersuchungsergebnis wird in der Regel den „Luxations-Graden 1-4“ zugeordnet werden. Grad 1: Grad 1 bedeutet, dass die Kniescheibe bei der Untersuchung des Gelenks nach manuell verursachter Luxation spontan wieder zurück in die Normalposition gleitet. In diesem Fall handelt es sich um eine Subluxation. Die spontane Luxation tritt während der Bewegung nur selten auf, so dass kaum Lahmheiten beim Hund zu beobachten sind. Grad 2: Die Unterschiede zwischen Grad 2 und 3 sind schwer zu unterscheiden. Beim Grad 2 können leichte Deformationen des Oberschenkels auffallen. Die Kniescheibe lässt sich manuell durch seitlichen Druck oder einer Beugung des Kniegelenks luxieren. Sie verharrt so lange in dieser Position, bis sie spontan durch die Bewegung des Hundes oder wieder manuell reponiert wird. Grad 3: Bei Grad 3 ist die Kniescheibe meist dauerhaft luxiert. Sie kann manuell in ihre physiologische Position innerhalb des Rollkamms zurückverlagert werden, gleitet aber erneut bei der Beugung oder Streckung des Gelenks aus der Rollfurche. Fehlbildungen von Ober- und Unterschenkel sind eventuell bemerkbar und die Muskulatur möglicherweise schon verändert. Grad 4: Bei Grad 4 kann die Kniescheibe nicht mehr aus ihrer Luxationsstellung verschoben werden. Sie kann nun nicht mehr manuell in die natürliche Lage verlagert werden. Die Fehlbildungen von Ober- und Unterschenkel, sowie der Muskulatur sind deutlich bemerkbar. Symptomatik der Patellaluxation Gangbild Bereits im jungen Alter, meist ab dem 5. Lebensmonat, fallen Hunde mit angeborener Veranlagung zu einer Patellaluxation auf. Dabei gilt je früher sich das Krankheitsbild manifestiert, desto stärker sind die anatomischen Veränderungen des Skeletts. Intermittierende Luxationen erkennen die Hundehalter kaum, da sich für den Laien nur schwer erkennbare Veränderungen im Gangbild zeigen. In der Regel sind sie Zufallsbefund im Rahmen einer anderen tierärztlichen Vorstellung. Das typische Gangbild zeichnet sich im Moment der Luxation durch eine vollständige Entlastung der Gliedmaße ab. Der Hund dreht das Kniegelenk nach innen und beugt es stark, da der Gleitmechanismus der Patella in diesem Moment stockt. Der Streckmechanismus funktioniert nicht mehr und eine Kraftübertragung auf den Unterschenkel ist nicht mehr möglich. Instinktiv strecken in diesem Moment manche Hunde ihre Gliedmaße nach hinten, um eine mögliche Reponisation der luxierten Kniescheibe auszulösen. Gleitet die Patella auf die Rollfurche des Oberschenkelknochens wieder zurück, so läuft der Hund lahmheitsfrei weiter. Kann sich die Kniescheibe wieder selbstständig in die Gleitrinne reponieren, so ist davon auszugehen, dass die pathologischen Veränderungen weniger stark ausgeprägt sind. Des Weiteren kann man feststellen, dass Hunde die betroffene Gliedmaße für einige Schritte hochhalten. Sie laufen auf drei Beinen bis die Patella wieder in ihrer physiologischen Position ist. Manchmal kann man beobachten, dass die Beine synchron wie beim Kaninchen nach vorne gezogen werden, um nicht angewinkelt werden zu müssen. Der Hund hinterlässt ein Gangbild wie bei einem „hoppelndem“ Kaninchen. Die Besitzer können zudem Schwierigkeiten beim Treppen auf- und absteigen bemerken. Eine dauerhafte Luxation der Patella führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Gliedmaßen und zeigt sich mit deutlichem Lahmen des Tieres. Der Hund versucht das Bein stark zu entlasten. Er tritt kaum noch auf und versucht auf drei Beinen zu gehen. Die Kniegelenke sind nach medial gedreht und können nicht mehr gestreckt werden. Die Hunde laufen mit gekrümmten Rücken, gebeugter Haltung und kurzen Schritten. Weitere Symptome Die Hunde zeigen eine Schmerzhaftigkeit, insbesondere dann wenn die Patella über den Rollkamm springt und wenn sie wieder in die Rollfurche zurückschnellt. Immer wenn die Patella aus ihrer Gleitrinne springt, besteht zudem die Gefahr, dass sich Knorpelläsionen bilden. Die Folge können Entzündungen im Gelenk sein, welche sich zunächst durch eine Schwellung, Schmerzhaftigkeit, Berührungsempfindlichkeit und ein warmes Gelenk zeigen. Später können sich Arthrosen im Gelenk bilden. Das Gelenk kann dauerhaft geschädigt werden. Als Folge wird das betroffene Bein zunehmend geschont und verliert an Muskulatur. Die überlastete Hintergliedmaße, die Rückenmuskulatur und die Schultermuskulatur verspannt. Die Sehnen und Bänder des betroffenen Hinterlaufs verkürzen sich, der Gelenkknorpel leidet massiv und die Gelenkflüssigkeit wird immer dünner und weniger. Oftmals kann im Zusammenhang mit der Patellaluxation ein Knirschen/ Knacken im Kniegelenk wahrgenommen werden. Durch das „Neben-der-Spur-Laufen“ der Kniescheibe entsteht ein deutlich höherer Druck auf den Knorpel der Kniescheibe, aber auch auf den Oberschenkelknorpel. Wie schon beschrieben hat dies eine schnelle Knorpelabnutzung (Arthrose) zur Folge. Eine Patellaluxation kann dauerhaft zu einer Instabilität und Abnutzung des Gelenkknorpels unter der Kniescheibe oder beim Oberschenkelgleitlager führen und dadurch hörbare Reibegeräusche (Krepitationen) verursachen. Behandlung in der Tierphysiotherapie Ziel der Physiotherapie ist das Erreichen eines stabilen belastungsfähigen, schmerzlosen Kniegelenks, die Verbesserung der Lebensqualität, die Beweglichkeit und die Laufleistung wieder herzustellen, sowie die Verhinderung oder Verzögerung des Fortschreitens einer Arthrose, die Erhaltung der Motorik und zu guter Letzt das Training eines physiolog. Gangbildes. Zusätzlich wird ein Augenmerk auf die überlasteten Strukturen infolge der Schonhaltung gelegt. Es gilt diese stabil zu halten. Geeignete Mittel Die Aufklärung des Besitzers steht am Anfang der physiotherapeutischen Behandlung. Dazu zählt die Beratung zur Ernährung zur Vermeidung Adipositas, Fütterung und Nahrungsergänzungsmittel. Massage TENS Kältetherapie Wärmetherapie Passive Bewegungsübungen Dehnungsübungen Pulsierende Magnetfeldtherapie Aktive Bewegungsübungen (nach Therapieplan) Damit wäre ich am Ende meines Blogbeitrags angelangt. Ihr könnt Euch melden, wenn Ihr Fragen habt! Eure Alice Literaturverzeichnis Pschyrembel W Klinisches Wörterbuch 261. Auflage, 2007 De Gruyter Verlag König / Liebich Anatomie der Haussäugetiere, 6., überarbeitete Auflage, 2014 Schattauer Verlag Doktorarbeit - Die Luxatio patellae beim Hund Behandlung und Ergebnisse in den Jahren 1999 bis 2008 Tierärztliche Fakultät der LMU München Doktorarbeit - Computertomographische Untersuchungen zur Luxatio patellae congenita des Hundes Klinik und Poliklinik für kleine Haustiere des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin 2008 Fachzeitschriften: Erkrankungen des Kniegelenks CVE Kleintier Veterinär Verlag, 2012 Internet: www.amboss.com www.hundemagazin.ch www.wikipedia.de www.kleintierpraxis-weber.de https://tiermedizin.com/489-2/ http://www.tierpraxis-leipzig.de/index.php/wissenwertes/hund/patellaluxation-beim-hund/ http://pudelfreunde.ch/index.php/27-krankheiten/81-patella-luxation.html https://www.grin.com/document/96878 http://www.tierärzte-duisburg-mülheim.de/de/artikel/patellaluxation-beim-hund https://link.springer.com/article/10.1007/s00132-008-1294-5?LI=true https://www.endoprosthetics-guide.com/knie/ https://gelenk-klinik.de/kniegelenk/luxation-kniescheibe-patellaluxation.html https://www.kleintierzentrum-kasa.de/leistungen/ortho/patellaluxation https://heidiraab1.beepworld.de/wissenswertes.htm https://www.tierarzt-braunschweig.de/hundesport-und-seine-gefahren/ https://doggy-fitness.de/symptome-patellaluxation/ https://www.warndt-waldis.de/gesundheit-unserer-hunde/riss-des-kreuzbandes/ http://www.tierarzt-ehrhardt.de/Kreuzbandriss.pdf https://www.thieme.de/de/tiermedizin/vorkommen-diagnostik-ocd-hund-132323.htm
- Thermotherapie - Im Kampf gegen Schmerzen mit Wärme
Thermotherapie – Im Kampf gegen Schmerzen Warum ist Wärme im Kampf gegen Schmerzen so wirksam? Wärme ist eines der ältesten Hausmittel, das wir kennen. Bei uns Menschen hilft sie schon lange nicht mehr nur im Winter gegen kalte Füße. Ganz selbstverständlich legen wir uns ein Kirschkernkissen auf, wenn wir unter Verspannungen, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen usw. leiden. Wärme ist so vielseitig, einfach handzuhaben und kann auch bei unseren Haustieren wahre Wunder bewirken. Warum ist Wärme so effektiv und was bewirkt sie? Durch die Erwärmung der Haut von außen kommt es zu einer Freisetzung verschiedener Botenstoffe, die eine Erweiterung der Blutgefäße mit einer verstärkten Durchblutung bewirken. Zudem verbessert Wärme den Stoffwechsel und bringt Botenstoffe des Immunsystems besser in den Umlauf. Dadurch können schmerzauslösende Substanzen schneller abtransportiert werden, was eine schmerzlindernde Wirkung zur Folge hat. Um den Effekt der Wärme, der auf den Körper wirkt noch besser verstehen zu können, hat der britische Physiologe Brian King vom University College London Versuche an Ratten durchgeführt. Seine Untersuchungen ergaben, dass Wärme Schmerzen regelrecht blockieren kann. Wird die Haut in der Nähe eines Schmerzherdes auf über 40 Grad Celsius erwärmt, so werden im Körper bestimmte Wärmerezeptoren aktiviert. Diese Rezeptoren blockieren anschließend die Sensoren für Schmerzen, wodurch die Ratte die Schmerzen nicht mehr wahrnehmen konnte. Die Studienleiter gehen daher davon aus, dass dies beim Menschen und Tieren ähnlich ist. Wärme wirkt zudem auf die nervalen Verbindungen im Körper, bspw. auf den Parasympathikus ein. Dadurch werden Thermorezeptoren stimuliert und reflektorische Effekte ausgelöst, die nicht nur die Oberfläche sondern auch tieferliegende Strukturen unseres Körpers beeinflussen. Dadurch kann der Muskeltonus gesenkt werden. Durch die Veränderung von viskoelastischen Eigenschaften (Zunahme der Elastizität von Sehnen und Bändern, Viskosität der Gelenkflüssigkeit) im erwärmten Gewebe wird die Gelenkbeweglichkeit verbessert, was wiederum zu einer Verringerung der Steifheit eines Gelenkes und zu einer Verringerung eines schmerzhaften Gelenkbereiches führen kann. Und zu guter Letzt wirkt sich Wärme positiv auf die Psyche aus, indem sie die Entspannung fördert. Das Hausmittel Wärme hat sich meiner Meinung nach also nicht ohne Grund seit Jahrtausenden bewährt! Wann kannst Du Wärme für dein Tier nutzen? Mit einer Portion Wärme kannst Du Deinen Hund bei chronischen Erkrankungen, vor allem bei der degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose und Spondylose, unterstützen. Bei Muskelverkürzungen, Muskelverspannungen und Myogelosen kannst Du Deinem Hund Linderung verschaffen. Ältere Hunde und Katzen sind oft sehr wärmebedürftig. Sie genießen eine Wärmebehandlung beanspruchter Vorderbeine oder Hinterbeine ganz besonders. In der Physiotherapie nutze ich die Wärme als Vorbereitung auf eine Massage, um das Gewebe intensiver bearbeiten zu können. Bei funktionellen Beschwerden, wie Bauch und Darmkrämpfen. Bei Wirbelsäulenbeschwerden und Rückenschmerzen. Wenn Du ein Tier hast, welches unter Erregbarkeit leidet, dann lohnt es sich Wärme auszuprobieren. Unabhängig von einer zugrundeliegenden Erkrankung, kannst Du Deinem Hund nach dem Sport mit Wärme etwas Gutes tun. Wann solltest Du Wärme auf keinen Fall für Dein Tier nutzen? Bei folgenden Indikationen ist Wärme tabu: Akute Entzündungen Fieber Herzinsuffizienz Krebserkrankungen Durchblutungsstörungen Sensibilitätsstörungen in der Wahrnehmung von Wärme und Kälte bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Wärme Trächtigkeit Infektionskrankheiten Blutungen, Hämatomen und Ödeme In diesen Fällen solltest Du Wärme nicht anwenden! Welche Formen der Wärmetherapie gibt es? Für die Applikation von Wärmetherapie gibt es verschiedene Formen, die bestimmten physikalischen Prinzipien folgen. Dabei unterscheidet man die Prinzipien der Wärmeleitung, der Wärmekapazität, der Wärmeströmung und der Wärmestrahlung. Heiße Rolle Wärmepackungen und Kompressen folgen dem Prinzip der Wärmeleitung. Hier möchte ich Dir die „heiße Rolle“ vorstellen. Ich persönlich nutze sie sehr häufig und gerne. Ich empfinde die feuchte Wärme für das Tier als sehr effektiv, da sie noch mehr in das Gewebe eindringen kann. Du benötigst zwei Handtücher (ein kleineres und ein größeres) und heißes, kochendes Wasser. Bei der heißen Rolle rollst Du die zwei Handtücher straff trichterförmig auf. Du rollst zunächst das kleine Handtuch ganz fest auf. Anschließend rollst Du das größere Handtuch so stramm wie möglich um das kleinere schon aufgerollte Handtuch auf, sodass auf der Seite mit den Handtuchrändern ein kleiner Trichter entsteht. Fixiere das Handtuch dazu am besten mit Deinem Fuß auf einem Stuhl oder lass ein Ende von einer anderen Person festhalten. Gebe nun das kochende Wasser langsam in den Trichter, den Du mit dem Handtuch gerollt hast. Am Ende soll die Handtuchrolle etwa bis zur Hälfte vollgesogen sein. So kannst Du die Heiße Rolle am trockenen Ende festhalten, ohne dass Du dich verbrennst. Bevor Du die Rolle an dem Tier anwendest, mache einen Test, ob die Rolle nicht zu heiß ist! Ich halte mir dazu die Rolle an mein Brustbein und fühle vor, ob mir die Temperatur angenehm ist. Erst nach diesem Test wende ich die Rolle am Tier an. Mit der nun nassen, heißen Handtuchrolle werden die zu behandelnden Körperstellen mit kurzen rollenden Bewegungen betupft bzw. mit leichtem Druck massiert. Dabei rollst Du die einzelnen Schichten von außen nach innen von der Rolle und hast so während der gesamten Behandlung eine heiße Rolle zur Verfügung. Zum Schluss wird das Handtuch kurz auf der behandelten Körperpartie ausgerollt. Im Anschluss an die Wärmebehandlung wird die betroffene Körperpartie zugedeckt oder im Falle einer Physiotherapieeinheit behandelt. Tipp: Falls Du Dir unsicher in der Handhabung sein solltest, dann kannst Du Dir auch Youtube Anleitungen dazu anschauen. Einige meiner Kollegen haben die Heiße Rolle darin wunderbar erklärt und die Anwendung gezeigt. Infrarotlicht (Rotlicht) Falls Du eine einfache Methode der Wärmebehandlung favorisierst, dann ist das Rotlicht vielleicht genau das Richtige für Dich und Dein Tier. Die Rotlichtlampe ist für ihre ausgesprochen sanfte und wohltuende Wirkung bekannt, die mit dem angenehmen Licht einhergeht. In diesem Fall ist das Prinzip der Wärmestrahlung vertreten. Baue dazu die Rotlichtlampe in etwa 30 – 50 cm von Deinem Tier auf. Idealerweise trifft die Strahlung den Körper des Tieres im 90 Grad Winkel. Wende das Rotlicht nur bei Tieren an, wenn Du dabei bist. Du solltest Dein Tier auch sonst nie unbeaufsichtigt lassen, sodass Du im Notfall (Kreislaufprobleme bspw.) reagieren kannst. Behalte die Temperatur, die durch das Rotlicht erzeugt wird, immer im Blick. Wird es zu heiß, musst Du eingreifen. Dein Tier sollte während der Behandlung mit Rotlicht nicht in das Licht schauen. Wenn sich das Tier von der Wärmequelle entfernt, sollte das auch akzeptiert werden. Du kannst Deinen Hund etwa 15 – 30 Min. mit dem Rotlicht behandeln - je nachdem wie dein Tier darauf reagiert. Hier bist du als Besitzer gefragt es einzuschätzen! Du kennst Deinen Hund am besten und weißt in der Regel, wann es Deinem Hund unangenehm wird. Moor- oder Heilerde-Packung Die Packungen arbeiten nach dem Prinzip der Wärmekapazität, da sie Wärme speichern und anschließend an den Körper abgeben. Das Moorkissen wird bei Bedarf im Wasserbad oder in der Mikrowelle erwärmt und anschließend direkt auf die schmerzende Stelle gelegt. Über einen langen Zeitraum hinweg verbreitet es dort seine anhaltende, gleichmäßige Wärme. Du kannst es zwischen 15 – 30 Minuten auf den Körper des Tieres belassen. Teste die Wärme auf Annehmlichkeit, bevor du sie am Tier anwendest! Lese dazu die Anweisungen des Herstellers genau durch. Körnerkissen Das wohl einfachste Mittel aus dem Bereich der Wärmetherapie, ist die Anwendung eines Körnerkissens (Wärmeleitung). Jeder von uns hat wahrscheinlich ein Körnerkissen daheim im Schrank herumliegen. Bist Du schon auf die Idee gekommen es auch bei Deinem Hund anzuwenden? Wenn nicht, dann wird es jetzt Zeit ;-) Ein Körnerkissen ist eine tolle Möglichkeit, seinen Hund gezielt mit Wärme zu versorgen. Körnerkissen bestehen aus Getreidekörnern, die Du wahlweise im Backofen oder in der Mikrowelle erhitzen kannst. Die Temperatur solltest Du am eigenen Arm testen und als angenehm empfinden. Nun kann das Kissen auf die betroffenen Körperstellen des Hundes gelegt werden. Dieser sollte sich hierbei in einer entspannten Position befinden. Bis zu 30 Minuten kann das Kissen auf dem Hund liegen bleiben. Beobachte Dein Tier und entferne das Kissen, wenn Dir Dein Hund signalisiert, dass es ihm unangenehm ist. Was musst Du bei der Anwendung von Wärme beim Tier beachten? Achte auf Kontraindikationen! Lasse Dein Tier niemals unbeaufsichtigt während der Behandlung! Zwinge nie Deinen Hund zur Behandlung, auch wenn Du als Mensch davon überzeugt bist, dass es ihm gut tut. Die Anwendungsdauer solltest Du also immer auf die Bedürfnisse des Tieres abstimmen. Unterbreche daher sofort die Behandlung, wenn Dir Dein Tier anzeigt, dass es ihm unangenehm ist. Zu Beginn reicht es auch aus, wenn die Tiere nur wenige Minuten mit Wärme verbringen. Ein wichtiges Kriterium ist natürlich auch die Intensität der Wärmequelle. Prüfe grundsätzlich immer, welche Temperatur sich hier entwickelt. Es sollte nicht zu heiß sein, da viele Tiere das als unangenehm empfinden. Befestige niemals das Körnerkissen, die Moorpackung etc. auf Deinen Hund. Der Hund soll die Möglichkeit haben, die Wärmequelle loszuwerden, wenn sie ihm unangenehm ist. Ich hoffe, meine Tipps können Dir weiterhelfen, damit Dein Hund frei von Schmerzen und Gelenkprobleme nicht nur durch den Winter kommt. In dem Sinne kommt gut durch die kalte Jahreszeit! Eure Alice
- Hundemantel- Sinn oder Unsinn?
Hundemantel – Sinn oder Unsinn? Viele Hundebesitzer sind sich unschlüssig, ob sie ihrem Hund in der kalten Jahreszeit einen Mantel anziehen sollen. Das ist kein Wunder. Die Meinungen dazu gehen doch weit auseinander und es wird darüber kontrovers diskutiert. Während die Befürworter damit argumentieren, dass einige Hunde keine Unterwolle besitzen und frieren, halten die Gegner dagegen, dass sich Hunde schließlich nur „warmlaufen“ müssten. Auch ich habe mit der Frage lange gehadert, bis ich es einfach ausprobiert habe und bemerkt habe, dass es für meine Hunde viel angenehmer ist, wenn ich ihnen einen Mantel überziehe. Schließlich laufen sie im Gegensatz zu ihren langhaarigen Kollegen ganzjährig mit ihrem Sommeroutfit (kurzhaar Rasse) herum. Deshalb habe ich eine klare Meinung dazu: Ein Hundemantel? Aber klar doch! Was spricht denn dagegen? Mein Hund muss nicht frieren! Bestimmt gehören nicht viele von Euch zu den glücklichen Hundebesitzern von Sibirien Huskies oder Alaskan Malamutes. Diese Rassen sind an die Kälte gewöhnt und kommen damit gut klar. Eine warme Unterstützung brauchen sie im Winter nicht, da sie aufgrund der Fellunterwolle nicht so schnell auskühlen und daher nicht frieren. Doch wie sieht es mit Hunden aus, die sehr schlank und sportlich sind, keine schützende Unterwolle besitzen oder vielleicht alt und krank sind? Für solche Hunde ist es schwierig selbständig ausreichend Wärme zu produzieren. Sie profitieren von der Extraportion Wärme und Trockenheit, die ihnen ein warmer Hundemantel in der kalten Jahreszeit gibt. Und wie ist es mit dem Einlaufen? Natürlich können sich Hunde warm laufen und damit ihre Körpertemperatur erhöhen. Das geschieht aber nicht beim normalen „Gassigehen“. Damit sich ein Hund „warm läuft“, müsste man ihn frei laufen lassen und diese Möglichkeit gibt es nicht immer. Die meisten Hunde werden an der Leine geführt und können sich nur eingeschränkt bewegen. Die Gefahr, dass sie frieren ist somit größer. Wann wird es dem Hund zu kalt? Dazu gibt es leider keine pauschale Antwort. Wie wir Menschen tolerieren unterschiedliche Hunde unterschiedliche Temperaturen. Die Fähigkeit eines Hundes, der Kälte zu widerstehen, hängt von vielen verschiedenen Faktoren wie Rasse, Größe, Körperfett, Gesundheitszustand und davon ab, wie viel Zeit dein Vierbeiner drinnen oder draußen verbringt. Frieren Hunde bestimmter Rassen und physischer Kondition schon beim ersten Herbstspaziergang und können nicht lange draußen bleiben, so lieben andere den Schnee und kaltes Wetter. Im Allgemeinen kann man von der Größe des Hundes ausgehen, um zu bestimmen, welche Temperatur zu kalt für ihn ist. Unten seht Ihr eine Tabelle, die euch grobe Anhaltspunkte geben kann, wann es Eurem Hund zu kalt wird: Welche Anzeichen gibt es? Euer Hund möchte draußen nicht mehr mit gehen Er will/ zieht nach Hause Er läuft steif und hat eventuell einen Rundrücken Er drückt sich fest an Deine Beine, um etwas von Deiner Körperwärme abzubekommen Er zittert und wimmert vielleicht Er tippelt auf seinen Pfoten hin und her Er stellt die Rückenhaare auf (= Piloerektion, bei uns Gänsehaut) Jeder Hund zeigt anders, dass er friert. Deshalb solltet ihr Euren Hund gut kennen und beobachten. Warum sollte der Hund nicht frieren? Verschlimmerung Arthrose bedingter Schmerzen Im Grunde genommen ist das ganz einfach zu erklären. Den Hunden geht es nicht anders als uns Menschen. Wenn wir frieren, dann laufen wir mit gespannter Körperhaltung. Die Muskeln spannen sich an, dadurch wird die Durchblutung vermindert und der Druck auf die Gelenke steigt. Bei älteren Hunden, die beispielsweise unter Arthrose leiden, können sich die Schmerzzustände verschlimmern. Das ist auch der Grund dafür, warum Hundebesitzer bei nass kaltem Wetter eine Verschlechterung des Gangbildes bei ihrem Hund wahrnehmen. Aufgrund der kältebedingten Verspannung in der Muskulatur können sich die Symptome einer ED (Ellbogendysplasie) und HD (Hüftgelenksdysplasie) verschlimmern. Verschlimmerung Spondylose bedingter Schmerzen Um das Prinzip, welches dahinter steckt, verstehen zu können, muss ich mit ein wenig Anatomie der hündischen Wirbelsäule ausholen. Oberhalb und unterhalb der hündischen Wirbelkörper befinden sich zwei prominente Bänder. Das obere ist recht flexibel und erlaubt Bewegung. Das Band unterhalb der Wirbelkörper ist starr und und gebietet kaum Flexibilität. Das Aufbiegen der Wirbelsäule (Kyphose) ist aufgrund der Flexibilität des oberen Bandes gut möglich. Das Durchbiegen der Wirbelsäule (Lordose) ist dagegen erschwert, da das untere Band starr ist. Es ist eine für den Körper nicht ausgelegte Bewegung, somit unphysiologisch. Ziehen sich nun bei Kälte die Muskeln zwischen den Wirbelkörpern und um die Wirbelkörper herum zusammen, so bewegen sich die Wirbel (einfach erklärt) aufeinander zu. Das untere Band gerät in Spannung und übt Zugkräfte auf den unteren Teil der Wirbelkörper aus, so dass diese aufeinander zugezogen werden. Leidet der Hund unter Spondylose (Verknöcherungen/ knöchernde Zubildungen) an der Unterseite der Wirbelsäule, so wird noch mehr Stress auf die ohnehin schon gestressten Ansätze des unteren Bandes ausgeübt. Die Folge ist noch mehr Rückenschmerzen für den Hund. Ebenso solltet ihr auf einen warmen Rücken bei Hunden achten, die einen Bandscheibenvorfall erlitten haben oder unter dem Cauda Equina Kompressionssyndrom leiden. Belastung anderer Strukturen/ Gelenke Auch rückengesunde Hunde profitieren von einem warmen Rücken. Denn auch bei ihnen verkürzen sich die oben genannten Strukturen bei Kälte und Frieren und sorgen so für einen verspannten Rücken, was zu einem steifbeinigen Gang führt. Die mangelnde Rückenbewegung muss folglich über andere Körpergliedmaßen und Strukturen, insbesondere über andere Gelenke ausgeglichen werden. Dies wiederum kann zu Überlastungen der anderen ausgleichenden Körperstrukturen führen. Frieren ist unangenehm Frieren ist schlichtweg sehr unangenehm. Genauso geht es unseren geliebten Vierbeinern. Wenn sich alles zusammenzieht und jeder Muskel angespannt ist, kann psychischer Stress entstehen. Dadurch werden manche Hunde ihren Artgenossen gegenüber unleidlich. Der Hund kann sich erkälten Auch bei Hunden kann das Frieren oder das Liegen auf kalten Steinen oder in kalter Umgebung zu Erkrankungen wie Blasenentzündungen oder einer Schwächung des Immunsystems führen. Das kann eine Infektion der Atemwege begünstigen, denn Viren oder Bakterien haben dann leichteres Spiel. Trotzdem ist Bewegung an der frischen Luft auch im Winter für die Hunde und ihr Wohlbefinden wichtig. Gut geschützt bei Kälte mit dem Hund raus Hunde, die keine Unterwolle besitzen sowie kurzhaarige, kleine, junge, rückengeschädigte, kranke oder ältere Hunde sollten meiner Meinung nach einen Mantel tragen, wenn es draußen kalt, windig und nass ist. Und bitte auch die Hunde, die anzeigen, dass ihnen das Wetter zusetzt (vgl. oben). Beim Kauf solltet Ihr auf ein leichtes, hautverträgliches und atmungsaktives Material achten. Wolle, Baumwolle und daraus Selbstgestricktes ist nicht wasserabweisend und daher nicht geeignet. Der „Mantel“ muss gut sitzen und darf keinen Körperteil einschnüren oder auf der Haut scheuern. Er sollte aber auch nicht zu locker sitzen, denn dann wärmt er nicht genug oder der Hund bleibt an Gegenständen oder Sträuchern hängen. Solltet Ihr Fragen haben, dann schreibt mir! Eure Alice
- Hände vs. Geräte
Wer gewinnt im Vergleich? Hände vs. Geräte: Für mich gibt es einen klaren Sieger! „Warum sind Hände am Tier so wichtig“! Wir kennen das alle aus dem Humanbereich. Wir werden regelrecht von der angebotenen Produktvielfalt an Massagegerätschaften erschlagen. Genauso verhält es sich im Veterinärbereich. Mit ihren unterschiedlichen Methoden und Funktionen, wie Vibrationen, Knetungen, Klopfungen etc., sollen die Therapiegeräte einen Reiz an unseren Körper senden. Dieser Reiz soll wiederum zu einer Schmerzlinderung, Entspannung, Entkrampfung oder Stimulation der betroffenen Strukturen führen. Alles schön und gut. Woher weiß aber das Gerät, welchen Reiz die betroffene Struktur genau benötigt? Handelt es sich um eine Verhärtung? Oder doch um eine Kontraktur? Oder ist der Muskel, der behandelt werden soll eher atrophiert (zurückgebildet)? An diesem Punkt stößt die Maschine eindeutig an ihre Grenzen. Auf diese Fragen vermag wohl kein einziges Gerät die Antwort geben können, denn kein Gerät der Welt hat die Fähigkeit zu ERTASTEN, zu FÜHLEN und zu SPÜREN. Diese Fähigkeit besitzt nur die therapeutisch sensible Hand. Nur sie kann ertasten wo der Schmerz sitzt, sich die Blockade befindet oder die Muskeln und das Gewebe aus dem Gleichgewicht geraten sind. Aus diesem Grunde ist die Handarbeit am Tier elementar und die therapeutische Hand durch kein Gerät der Welt ersetzbar!! Ein anderer wichtiger Aspekt, der ebenfalls nicht durch den Einsatz eines Gerätes erzielt werden kann, ist der Körperkontakt zwischen Mensch und dem Tier. Dieser hat wie auch der Kontakt zwischen Mensch und Mensch eine emotionale Dimension und ist eine Form von non-verbaler Kommunikation. Ich bezeichne diesen als „emotionale Berührung“. Durch die Berührung können Emotionen übermittelt werden und der Kontakt kann positive Emotionen im Tier auslösen. Dadurch fühlt sich das Tier sicher, kann mehr entspannen und erfährt weniger Stress. Diese Effekte sind Konsequenzen der hormonellen Veränderungen bei Berührung durch die Produktion von körpereigenen Opioiden und Oxytocine. Diese Wirkung kann nicht mit Hilfe eines Massagekopfs aus Plastik herbeigeführt werden. Gerätschaften kommen daher bei mir nur dann zum Einsatz, wenn ich einerseits nach dem Ertasten des Tierkörpers zu dem Ergebnis gekommen bin, dass der Einsatz des Therapiegerätes bei diesem Individuum sinnvoll ist. Und andererseits, wenn ich zu der Überzeugung gekommen bin, dass das Tier eine Massage mit dem Gerät tolerieren würde, denn nicht jeder Tiercharakter ist offen für eine solche Behandlung. Dabei kontrolliere ich während der Massage mit dem Gerät stets mit meinen Händen nach, ob sich eine Verbesserung des ertasteten Befundes ergeben hat. Entsprechend den Tastbefunden richte ich dann die Dauer, die Dosis und die Intensität der „Gerätemassage“ aus. Die Frage, wie ich meine Patienten therapiere, ist nach dem oben Beschriebenen leicht zu beantworten. Ich behandle meine Patienten meistens nur mit meiner einfachen Handarbeit!












