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Mein Hund / meine Katze hatte eine OP (Operation) - Was kann ich tun?



Zunächst ist es wichtig, dass Du die Anweisungen des Operateurs strikt beachtest.

In den meisten Fällen ist es sinnvoll eine physiotherapeutische Betreuung durch einen ausgebildeten Tierphysiotherapeuten in Anspruch zu nehmen. Die Physiotherapie kann sehr gut dazu beitragen, Schmerzen und Entzündungen zu beseitigen. Postoperative Schonhaltungen zu verringern bzw. erst gar nicht entstehen zu lassen. Die Bewegungsfreiheit der Gelenke zu erhalten, und zu verbessern und die Muskulatur zu stärken. Mit Hilfe der Physiotherapie kann sehr gut die Heilung gefördert werden, das erneute Verletzungsrisiko gemindert und die Lebensqualität des Tieres erheblich gesteigert werden.


Du kannst aber selbst einige Dinge beachten, um Deinen Liebling in der postoperativen Zeit zu unterstützen:


1. Nahrungsergänzungsmittel


Du kannst Deinem Hund/ Deiner Katze Zusatzstoffe ins Futter mischen, damit sich die Gelenkschmiere besser aufbauen kann. Folgende Mittel haben sich bewährt:

- Glucosamin

- Chondroitin

- MSM

- Hyaluronsäure

- Omega-3 Fettsäuren (bspw. Krillöl)

- Proteinreiche Nahrungsmittel wie Fleisch oder Fisch


2. Orthopädisches Hunde- und Katzenbett


Mit einem orthopädischen Hundebett kann Dein Hund optimal liegen und sich somit im Schlaf erholen, was sich positiv auf die Heilung und sein Allgemeinbefinden auswirkt. Oft besteht das Innenleben eines solchen Bettchens aus Memoryschaum. Einem viel liegenden Patienten verschafft der Schaum eine spürbare Erleichterung, da der Liegedruck gleichmäßig verteilt wird und so der Körper optimal gestützt wird. Dadurch werden Liegeschwielen vermieden und Dein Liebling kann besonders gelenkschonend liegen. Alternativ kannst du auch eine Viskosematte kaufen (gibt es bei Amazon zu erwerben), was wesentlich günstiger ist. Du solltest die Matte dann am besten mit einem Leintuch oder Kissenbezug überziehen.


3. Inkontinenzmanagement


Falls Dein Schatz noch nicht selbstständig Urin absetzen kann, ist es äußerst wichtig, dass Du Deinem Tier hilfst die Blase zu entleeren. Diese muss man manuell ausdrücken. Das Vorgehen lässt Du dir am besten von dem behandelnden Tierarzt oder einem Physiotherapeuten zeigen. Dabei besteht immer die Gefahr, dass ein wenig Rest Urin in der Blase verbleibt. Es kann aus diesem Grunde sinnvoll sein, dass Du Deinem Tier Präparate gibst, die die Blase stärken und das Milieu für Bakterien unangenehm machen. Falls Dein Schatz, im umgekehrten Fall, eine „Überlauf-Blase“ hat, also den Urin nicht halten kann, ist es empfehlenswert, dass Du das Bettchen mittels Inkontinenz Unterlagen schützt und diese regelmäßig wechselst. Vergiss aber nicht, dass du Dein Tierchen immer zuverlässig säuberst. Auch hier empfehle ich Dir, ein Blasen-Präparat zur Unterstützung der Blasenfunktion einzusetzen.


4. Umlagern


Wenn Dein Hund/ oder Deine Katze noch nicht gehfähig ist, solltest Du ihn/ sie am besten häufiger am Tag umlagern (optimal alle 2 Std.), damit Druckstellen vermieden werden. Du kannst ihm auch helfen für ein paar Sekunden zu stehen, falls der Chirurg sein „ok“ gegeben hat. Im Falle eines größeren Hundes bietet sich bspw. ein breites Handtuch an, welches Du um den Bauch des Hundes schlingen kannst.


5. Rutschfreie Untergründe


Das Ausrutschen auf glatten Böden birgt immer die Gefahr für Deinen Liebling, sich neu zu verletzen bzw. den Genesungsprozess zu verzögern. Du kannst leicht Abhilfe schaffen, indem Du bspw. Gummimatten, Teppiche u.v.m auf rutschigen Böden für den Zeitraum der Genesung auslegst. Ich kann Dir zum Beispiel die Rutschstopper für Teppiche oder Baumatten, die es sehr günstig in jedem Baumarkt gibt, empfehlen.


6. Hunderolli – ggf. Katzenrolli


Bei noch nicht steh- und gehfähigen Patienten macht es in meinen Augen Sinn einen Rollstuhl zu besorgen. Rollis müssen heutzutage nicht mehr gekauft werden, man kann Sie auch temporär bei diversen Reha-Techniker für Tiere ausleihen. Der Rolli ermöglicht Deinem Tier sich wieder selbständig zu bewegen und aktiv zu sein. Das fördert nicht nur seine Gesundheit, sondern beeinflusst die Psyche positiv. Ein Rolli kann in zweierlei Hinsicht sehr sinnvoll sein. Als zeitlich begrenzte Unterstützung eignet sich der Rolli als Steh- bzw. Gehhilfe. Dein Liebling kann so seine Pfoten wieder bewegen und verliert damit weniger Muskelmasse. Außerdem bleibt die Gelenkbeweglichkeit erhalten. Ein Rollstuhl kann aber auch als dauerhafte und vollständige Gehhilfe eingesetzt werden. Gerade für gelähmte Tiere ist der Rolli ein Stück „Freiheit“ und Lebensqualität, da sich das Tier damit wieder selbstständig fortbewegen kann. Auch in der Physiotherapie-Rehabilitierungsphase ist der Rollstuhl ein gern gesehenes Hilfsmittel. Ich persönlich arbeite sehr gerne damit.


7. Weitere Hilfsmittel


Auf dem Markt gibt es diverse weitere Hilfsmittel, wie Tragehilfen, Gehhilfen, Geschirre und Bandagen u.v.m. Achtet beim Kauf auf einen hohen Tragekomfort. Lasst Euch dazu am besten von einem Tierphysiotherapeuten oder Reha-Techniker für Tiere beraten.



8. Liebe und Zuneigung

„Liebe kann Berge versetzen“, so ein Sprichwort. Unterschätzt daher nicht, wieviel die Geduld, die Liebe und das gute Zureden bei Deinem Schatz bewirken kann. Ich nenne es gerne als die andere Hälfte der Heilung. Studien belegen immer wieder, wie Zuneigung die Gesundheit stärken kann. Sogar bei Menschen! Selbst, wenn Du nur kurz Zeit hast, kannst du Deinem Tier gut zureden, es ermutigen, es streicheln, liebhaben und an Deinem Leben teilhaben lassen. Du wirst erstaunt sein, was du damit bewirken kannst.


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